Apartment in heiligen Delyn

Pendulum O‘death


Eine schemenhafte Gestalt mit leuchtend violetten Augen verfolgt dich bereits seit einiger Zeit durch einen kargen Wald. Der Geruch von verrottendem Holz und Blättern kribbelt in deiner Nase. Längst schon hast du die Orientierung verloren, auch wenn der Vollmond die Umgebung ein wenig erhellt. Vereinzelte Wolkenfetzen jagen über den fast sternenklaren Himmel. Als du an einem knorrigen Baum kurz innehältst, um Atem zu schöpfen, meinst Du einen Singsang zu deiner Linken zu vernehmen. Augenblicklich wechselst du die Richtung und versuchst möglichst lautlos dorthin zu schleichen. Vielleicht verliert so dieses geisterhafte Ungeheuer deine Fährte. Bereits nach wenigen Schritten zeichnet sich der dunkle Schatten eines recht kleinen Hauses ab. Eine Kate? Aus einem kleinen Giebelfenster dringt ein vager Lichtschimmer. Doch schon wieder vermeinst du dieses seltsame Rascheln hinter dir zu vernehmen und als du dich umschaust, erhascht du das kurze Aufblitzen von violetten Punkten im Unterholz.

Schnell hechtest Du die letzten Meter zur Tür, die du tatsächlich unverschlossen vorfindest. Du wirfst die Tür hinter dir zu und deine fahrigen Finger finden im Dunkel einen rostigen Riegel, der deinem Zerren nur kurz Widerstand leistet. Während du versuchst langsam wieder zu Atem zu kommen, sickert es langsam in dein Bewusstsein. „Ich bin gerettet!“ Dieser Erschöpft lehnst Du deine Stirn gegen das Holz der Tür. An deiner rechten Handkante, die noch auf dem Riegel ruht, spürst du kalten Stein. „Ein kleines gemauertes Haus?“, schießt es dir durch den Kopf. Du drehst dich um und starrst erfolglos in die Dunkelheit. Nur ein leises Plätschern dringt an deine Ohren, verbunden mit einem geruhsamen regelmäßigen Klacken, dass dich an die großen Zahnräder in der Windmühle deines Dorfes erinnert.

Schließlich wirst du eines Flackerns gewahr, das den Eingangsbereich und das kleine Giebelfenster über Dir erhellt. Du hebst den Kopf und du erkennst eine, für diese Zeit übliche, Kürbislaterne. Doch dann erstarrst Du, als Du im Giebelloch eine Bewegung bemerkst - dem suchenden Kopf des Schemens! Gerade als es Anstalten macht, weiter in den Raum vorzudringen, flammt ein grünes Licht im Haus auf. Das Schemen verharrt mitten in der Bewegung, bewegt sich danach scheinbar unsicher in dem Fensterloch hin und her. Nach einigen weiteren Herzschlägen wird dir langsam klar, dass du den Atem angehalten hast. Vorsichtig wendest du deinen Blick wieder dem Raum zu und versuchst in dem unsteten Lichtkegel mehr in diesem Gemäuer zu erkennen …


Mit und ohne 'Laser-Auge'
Jeder kann es an und aus machen
Bücherecke
Die Rückseite des Zimmers